Get the Flash Player to see the slideshow.

Roda Berlin

This blog is not up to date. Please check facebook (roda berlin) for latest news!

Jeden Sonntag von 16.00 - 18:00 Uhr

Bei SCHÖN (>20°): im PARK
Bei SCHLECHT (<20°):
Naunynritze, Naunynstr. 63, 2.OG (X-Berg)

Dieser Blog ist nicht mehr aktuell! Schaut bei Facebook vorbei!
(english version)

This blog is not up to date. Please check facebook (roda berlin) for latest news!

Philosophie

Diese Worte eines Schülers von Mestre Bimba sagen kurz und knapp, was auch wir fühlen und denken:

[...] Esse é um direito que cabe ao capoeirista, pois ele é livre como a capoeira. Precisamos acabar com esse negócio de achar que o aluno é propriedade nossa; prohibir o aluno de cantar músicas de outro grupo, de ir a outras rodas, de falar com integrantes de outros grupos.

(Mestre Suassuna in: Practicando Capoeira, Ano III, N°36, São Paulo 2006, p. 9)

Übersetzung: [...]Es ist das Recht eines Capoeiristas [sich frei zu bewegen], denn er ist frei wie die Capoeira. Wir [die Lehrer] müssen aufhören zu glauben, dass ein Schüler unser Eigentum ist; einem Schüler zu verbieten Lieder von anderen Gruppen zu singen, zu anderen Rodas zu gehen oder mit Mitgliedern anderer Gruppen zu sprechen.

Etwas emotionaler und mit anderen Worten, hat es ein von uns allen geliebter Berliner Freidenker formuliert:

HHÄÄÄÄÄÄÄ????? Tschuldigung, dass ich euch mal ins Essen quatsche, aber was´n hier los?? - klärt mich mal einer auf hier - mir will jemand verbieten wem ich was schreibe?? und nochmal - HHÄÄÄÄÄÄÄ? Ich dachte wir sind eine unabhängige, eigenständige Gruppe von Freidenkern, die sich weder vom KGB noch von der CIA oder vom Mossad etwas vordirigieren lassen. In Brasilien oder anderswo mögen sich einige unterordnen, weil dies leider auch in der Natur des Menschen liegt, aber Leute, das hier - ich meine diese Internetwelt - betreibe ich rein privat, so handle und lebe ich auch in meinen 4 Wänden und ich kann auch einen kostenlosen Workshop zum “Furzen” in aller Welt anbieten und per Mail verschicken.

Die Ideologie dieser Gruppe ist doch, alles was Freude und Spaß macht zu fokussieren, wisst ihr noch - die “Pippi-Langstrumpf-Ideologie” - revolutionär, liberal und etwas anarchistisch und vor allem frei handeln und sich wohl fühlen. Und wenn hier einige Leute Abmachungen mit ihren Meeschtres getroffen haben, mag das deren Sache sein. Aber bitte schön dann so, dass mein Handeln und meine Privatsphäre sakrosankt bleiben - vor allem während unserer Roda!! [...] wir werden doch hier nicht überwacht - oder doch. Da würde ich doch jetzt glatt eine Reaktion von ALLEN erwarten. Diese Gruppe ist sonntags von 13-16h keinem Lehrer unterstellt!! Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und ist “noch” ein freier Mensch auf diesem Planeten und noch leben wir nicht in einer despoten Welt. Was trödele ich eigentlich hier rum und vergeude meine Energie - in der Zeit hätte ich schon “frei von Gedanken” ne halbe Roda genießen können. shalom

Q.B., der Querulant

Ein paar schöne Worte über ein schönes Spiel in der Capoeira und wie wichtig Kommunikation ist:

“What makes any particular capoeira game beautiful? “The dialog between players can start from a very simple repertoire of movements, kicks and escapes to a much larger and complex vocabulary that may include even floreios, body expression and perception of the game. Just a small vocabulary is enough to establish a connection that can clearly define the harmony of the two players, creating what we call a dialogue. The body expression involves knowing when to throw in the game that spice that enriches the moment.

These body expressions are often a theatrical drama done by making funny movements or fakes that either imitates or remind us of things like an animal, a clown or anything that makes the player or the opponent look like a fool. This action adds to the game an element of humor which is an important, but almost forgotten aspect of capoeira. Honesty, integrity and respect towards each other involves a bunch of things; for example: Knowing when you got caught by your opponent’s attack or trap and respecting that moment without taking advantage of it or ignoring it as a non threatening action. Also knowing how to control your kicks and strikes in a way that you don’t have to hit someone to prove your efficiency. [...] Lets not think that some level of aggression will make the game ugly! Sometimes the players mutually agree that they want the challenge of a more aggressive game and still are able to maintain a good level of etiquette; where respect, dialogue and expression are present

[...] The joy of the game is when all of the above is happening together with a great music being played by the capoeira orchestra and the players are able to recognize the non-threatening yet efficient power of the capoeira game. [...] In short my answer to you is, a game is considered beautiful when played with the heart; when players have respect to each other and to the rituals, tradition and etiquette of the art. I would love to see capoeira gaining back the element of body expression, sense of humor and integrity. I realize that the players are connecting on a different level by the feeling I get from them when they are playing and radiating a sense of joy.”

(Mestre Marcelo Caveirinha, http://mandinga.org/mestre.html 2007)

Offener Brief der Roda-Berlin an die Capoeiralehrer:


Die Roda Berlin ist ein lockerer Zusammenschluss von Capoeira-Schülern der unterschiedlichsten Gruppen in Berlin. Jeden Sonntag findet eine kleine offene Capoeira-Roda statt (kein Training), zu der jeder eingeladen ist, ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Primär richtet sich die Roda natürlich an die Schüler, wobei Lehrer gleichermaßen willkommen sind. Bei dieser Roda sind alle gleich, es dominiert kein bestimmter Stil oder eine Gruppe. Die Roda Berlin ist eine freie Community, die nicht in Konkurrenz treten möchte. Im Gegenteil, es geht darum einen Austausch zwischen den verschiedenen Capoeiristas zu ermöglichen, eine Kommunikationsplattform zu Capoeira in Berlin und darüber hinaus (Parties, Veranstaltungen, Nachbarschaftshilfe, Jobs, …).


Am wichtigsten ist dabei der Spaß in einer freundschaftlichen offenen Roda. Dazu ist jeder herzlich eingeladen und wir alle würden uns freuen wenn der Kreis durch neue Besucher wächst!

Mestre Léos Stellungsnahme:

Hoje em dia muitos praticam a capoeira mais não conhecem a sua filosofia
nem a sua historia. A capoeira e os capoeiristas viveram um longo
periodo de repressão e escravidão, tortura e muita perseguição. E muitos
capoeiristas foram assassinados e outros foram para prisões, somente
pelo fato de serem capoeiristas.


Por isso para mim o capoeirista é livre para fazer o que quer da sua vida.

Cada grupo de capoeira é como uma familia, a unica diferença é que cada
grupo tem o seu endereço, o seu terreiro, e o seu proprio axé.

O mestre, professor, instrutor, monitor, trenel - ou quem não tem
nenhuma graduação dirigindo algum grupo - que não deixa seus alunos
serem livres para jogar em outras rodas de capoeira, não está seguro do
seu trabalho. Tem medo de perder a direção e os seus alunos e portanto
cria a repressão e a proibição. Infelizmente estão repetindo a mesma
historia ruim vivida no passado por muitos capoeiristas.

O filho é criado pelo pai e mãe, quando já está grande vai morar sozinho
e fazer sua vida e criar sua propria familia. O mesmo acontece na capoeira.

Os grupos não podem só pensar em ganhar o dinheiro dos seus alunos, mas
também têm que pensar na sua liberdade. A coisa principal de um
capoeirista é a liberdade. Livre para criar e para desenvolver dentro da
capoeira, porque a capoeira além de luta e dança é uma arte!

Viva Bimba! Viva Zumbí! E liberdade para todos!

Mestre Léo
Capitães de Areia

**************************

Heutzutage praktizieren viele Capoeira, kennen jedoch weder ihre
Philosophie noch ihre Geschichte. Die Capoeira und die Capoeiristas
wurden über einen langen Zeitraum hinweg unterdrückt und versklavt,
gefoltert und verfolgt. Viele Capoeiristas wurden umgebracht, andere in
Gefängnisse gesperrt, nur weil sie Capoeirista waren.

Daher sollte meiner Meinung nach ein Capoeirista frei über sein Leben
bestimmen können.

Jede Capoeira-Gruppe ist wie eine Familie, der einzige Unterschied
besteht in einer anderen Adresse, einem anderen Trainingsort, dem ihr
eigenen Axé. Ein Capoeira-Meister, Capoeira-Lehrer, Trainer – oder auch
jemand, der ohne Graduation eine Gruppe leitet - der seinen Schülern
nicht die Freiheit lässt, in anderen Capoeira-Rodas zu spielen, zeigt
sich in seiner Arbeit verunsichert. Er hat Angst, die Führungsposition
und seine Schüler zu verlieren und produziert dadurch wiederum
Unterdrückung und Verbote. Unglücklicherweise kreiert er somit ein
Abbild der gleichen traurigen Lebensumstände, die in der Vergangenheit
bereits viele Capoeiristas durchmachen mussten.

Ein Kind wird durch seinen Vater und seine Mutter groß gezogen; sobald
es erwachsen ist, wird es ausziehen und selbst eine Familie gründen. Wie
in der Capoeira.

Die Gruppen können nicht nur daran denken, mit ihren Schülern Geld zu
verdienen, sondern sollten sie vielmehr in ihrem freien Gedankengut
unterstützen. Das allerwichtigste für einen Capoeirista ist seine
Freiheit. Schöpferisch frei zu sein und sich in der Capoeira
weiterzuentwickeln. Denn Capoeira ist weit mehr als Tanz und Kampf – es
ist eine Kunstform!

Viva Bimba! Viva Zumbí! Und Freiheit für alle!

Mestre Léo
Capitães de Areia